RÜCKMELDUNGEN
Was bewirkt das fusionsLAB? Zwei Umfragen geben einen Einblick.
Wie blicken Jugendliche auf die Energie der Zukunft – und was verändert sich, wenn sie sich intensiv mit Fusion beschäftigen? Auf dieser Seite veröffentlichen wir zwei Umfragen aus dem fusionsLAB: eine zu Beginn und eine zum Abschluss. Zusammen ergeben sie ein ehrliches Stimmungsbild.
Die Eingangsbefragung zeigt, was die Teilnehmenden mitbringen: viel Interesse und Offenheit, aber wenig Vorwissen über Fusion – und einen eher sorgenvollen Blick auf die Zukunft. Die Abschlussbefragung macht sichtbar, wie eine Lerngruppe das fusionsLAB nach den Unterrichtswochen bewertet: mehr Wissen, mehr Sicherheit beim Thema und ein spürbar positiverer Zukunftsblick.
Die Antworten sind anonym und unverändert übernommen – auch kritische Stimmen. Es ist die subjektive Momentaufnahme einer Klassen, keine repräsentative Studie. Trotzdem hilft sie bei der Einschätzung, was das Format bewirken kann.
Einer Klasse, die das Format selbst durchführt, empfehlen wir ebenfalls dieses Stimmungsbild einzufangen. Die Zugangsdaten werden mit der Projektanfrage verschickt.
Projektwoche „Fusion" – Umfrageergebnisse
Auswertung der Teilnehmenden-Befragung · 22 Teilnehmende
Motivation zur Teilnahme
„Was hat dich motiviert, bei den Projekttagen rund um das Thema Fusion mitzumachen?" – die fünf häufigsten Gründe.
Intrinsisches Interesse dominiert: 12 Nennungen für Naturwissenschaft/Technik und gesellschaftsrelevante Themen zeigen hohes Eigeninteresse. Der schulische Kontext (9 Nennungen zusammen) spielt eine wichtige, aber sekundäre Rolle. Bemerkenswert: 6 Teilnehmende wissen nicht genau, worum es geht, wollen aber reinschauen – Offenheit für Neues ist vorhanden.
Erwartungen an die Projekttage
„Was erwartest du von den Projekttagen?" – Mehrfachauswahl war möglich.
Die deutliche Präferenz für kreatives Arbeiten (77 %) zeigt, dass praktische, gestalterische Methoden besonders wichtig sind. Die hohe Überraschungsbereitschaft (50 %) spricht für Offenheit gegenüber unerwarteten Formaten. Klassische Wissensvermittlung wird ebenfalls gewünscht (55 %), sollte aber mit kreativen Elementen kombiniert werden.
Vorwissen über Fusion
„Wie würdest du dein bisheriges Wissen über die Zukunftsenergie Fusion einschätzen?"
82 % der Teilnehmenden haben wenig bis kein Vorwissen – eine gute Ausgangslage für eine einsteigerorientierte Projektwoche.
Wichtigkeit des Themas
„Wie wichtig findest du es, mehr über das Thema zu wissen?"
Trotz geringem Vorwissen besteht starkes Interesse: Eine deutliche Mehrheit sieht das Thema als wichtig oder sehr wichtig an.
Gefühle bei Gedanken an die Zukunft
„Wie fühlst du dich, wenn du an die Zukunft denkst?"
Überwiegend negative Zukunftsgefühle: 64 % fühlen sich schlecht oder eher schlecht, wenn sie an die Zukunft denken. Nur 23 % blicken positiv nach vorne, 14 % sind unsicher. Die Assoziationen in Abschnitt 7 zeigen die Gründe: Klimawandel, KI-Dominanz, Kriege und Inflation prägen ein düsteres Zukunftsbild. Fusion als saubere Energiequelle kann hier einen positiven Kontrapunkt setzen und Hoffnung vermitteln.
Was sich die Teilnehmenden wünschen
„Was wünschst du dir für die nächsten Tage, damit sie ein Erfolg für dich sein werden?"
- „Spaß"
- „Eine gute Zeit"
- „Dass es Spaß macht"
- „Ganz viel Spaß"
- „Spaß während dem Lernen"
- „Viel praktische Arbeit"
- „Kreatives Arbeiten"
- „Anschauliche Experimente"
- „Projekte"
- „Interessante Aufträge"
- „Klare und verständliche Einführungen"
- „Nicht zu schwere Aufgaben"
- „Viel über Fusion lernen"
- „Genauere Betrachtung im Bezug zu Klimathemen"
- „Zusammenarbeit"
- „Kreative Aufgaben"
- Gemeinsames Entdecken
Zukunftsassoziationen
„Wenn du an ‚Zukunft' denkst, welches Wort oder Bild kommt dir als erstes in den Kopf?"
- Klimawandel
- Weltuntergang, Krieg
- Teuer / Inflation
- Sorgen um die Erde
- Künstliche Intelligenz
- KI übernimmt alles
- Roboter übernehmen
- Innovative Technologien
- Nachhaltiges Stadtbild
- Zukunftsenergie
- Neue Erkenntnisse
- Innovative Forschungen
- Paradies & Einklang
- Mein Beruf
- Berufe, Modernität
Die Zukunftsvorstellungen oszillieren zwischen Optimismus (Innovation, Nachhaltigkeit) und Pessimismus (Klimakrise, KI-Dominanz). Die Projektwoche sollte Fusion als Teil einer positiven, machbaren Zukunftsvision präsentieren – ohne die realen Herausforderungen zu verschweigen.
Zentrale Erkenntnisse
Starkes intrinsisches Interesse
55 % (12 von 22) wurden durch Interesse an Naturwissenschaft/Technik (8) oder gesellschaftsrelevanten Themen (4) motiviert – das zeigt echte Eigenmotivation. Der schulische Kontext (41 %) unterstützt, ist aber nicht Haupttreiber.
Hohe Erwartungen an kreatives Arbeiten
Mit 77 % ist kreatives Arbeiten die meistgewünschte Lernform, gefolgt vom Wunsch, sich überraschen zu lassen (50 %), und neuem Wissen über Fusion (55 %).
Geringes Vorwissen bei hohem Interesse
Die Mehrheit (82 %) schätzt ihr Vorwissen als gering oder sehr gering ein, findet das Thema aber wichtig oder sehr wichtig – eine ideale Ausgangslage für die Projektwoche.
Kernfragen der Teilnehmenden
Häufigste Fragen: „Wie funktioniert Kernfusion?", „Ist es gefährlich?", „Wie sieht unsere Zukunft damit aus?" und „Gibt es negative Effekte wie bei der Kernspaltung?"
Negative Zukunftserwartungen überwiegen
64 % fühlen sich schlecht oder eher schlecht zur Zukunft, nur 23 % positiv gestimmt. Klimawandel, KI, Kriege und Inflation dominieren als bedrohliche Zukunftsthemen – hier besteht großer Bedarf, positive Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.
Balance zwischen Spaß und Lernen
Teilnehmende wünschen sich: Spaß beim Lernen, praktische Arbeit, verständliche Einführungen und Verbindung zu klimarelevanten Themen.
Stimmen der Teilnehmenden
fusionsLAB – Abschluss-Umfrage
Kaiser-Karls-Gymnasium · Rückmeldung nach den Unterrichtswochen
Teil 1Wie ich jetzt denke
Drei Werte zeigen die deutlichste Veränderung gegenüber der Eingangsbefragung. Zukunftsgefühl: vorher fühlten sich rund 64 % schlecht oder eher schlecht, jetzt sind es 13 % (eher schlecht), niemand wählte „sehr schlecht"; positiv blicken jetzt 50 % nach vorn (vorher 23 %). Selbst eingeschätztes Wissen: vorher 82 % gering oder sehr gering, jetzt schätzen sich 63 % als (eher) gut ein. Wichtigkeit: „sehr wichtig" steigt von 18 % auf 46 %.
Es handelt sich um zwei getrennte Erhebungen mit leicht unterschiedlicher Teilnahmezahl (22 bzw. 24) und teils angepasster Skala (Mittelkategorie „teils/teils" statt „weiß nicht") – kein gematchtes Panel.
Zukunftsgefühl
„Wie fühlst du dich jetzt, wenn du an die Zukunft denkst?" · Einfachauswahl · 24 Teilnahmen
Das Stimmungsbild hat sich deutlich aufgehellt: 50 % blicken (sehr/eher) gut auf die Zukunft, 29 % „teils/teils", nur 13 % eher schlecht – und niemand „sehr schlecht".
Wissen über Fusion
„Wie würdest du dein Wissen über die Zukunftsenergie Fusion jetzt einschätzen?" · Einfachauswahl · 24 Teilnahmen
Nach dem Projekt schätzen sich 63 % als (eher) gut wissend ein, 25 % „teils/teils"; nur noch 8 % als gering. Ein klarer selbst wahrgenommener Wissenszuwachs gegenüber der Eingangsbefragung (dort 82 % gering).
Wichtigkeit des Themas
„Wie wichtig findest du es, mehr über das Thema Fusion zu wissen?" · Einfachauswahl · 24 Teilnahmen
75 % halten das Thema für (sehr) wichtig, davon 46 % für „sehr wichtig". Keine einzige Nennung bei „unwichtig".
Teil 2Wie das Projekt ankam
Gesamteindruck
„Wie hat dir das Projekt insgesamt gefallen?" · Einfachauswahl · 24 Teilnahmen
Solider Gesamteindruck mit Tendenz zur Mitte: 50 % (sehr/eher) gut, 38 % „teils/teils", 8 % (eher/sehr) schlecht. Die Verbesserungsvorschläge (Abschnitt 4) zeigen, wo die Mitte noch besser abgeholt werden kann.
Highlights
„Welche Teile des Projekts haben dir besonders gut gefallen?" · Mehrfachauswahl · 24 Teilnahmen
Praktische, gestalterische und dialogische Formate führen klar: kreative Aufgaben (63 %), Experimente (54 %) und Zusammenarbeit (50 %). Inputs/Vorträge (13 %) liegen hinten.
Sonstige Kommentare · 3 Antworten
Lieblingsmomente
„Was genau hat dich begeistert? Beschreibe kurz deinen Lieblingsmoment." · Freitext · 15 Teilnahmen
Am häufigsten genannt: die simulierte Diskussion bzw. das Rollenspiel der Interessengruppen, das eigene Video, das Wasser-Experiment und die Abschlusspräsentationen.
Verbesserungsvorschläge
„Was hätte besser sein können? Was würdest du für ein nächstes Projekt vorschlagen?" · Freitext · 12 Teilnahmen
Häufigste Wünsche: weniger und kürzere Texte/Quellen, geringere Komplexität bei Videos und Experimenten, klarere (weniger widersprüchliche) Aufgaben und mehr aktive Projektzeit. Mehrere Antworten („Alles war ok", „Nichts") signalisieren grundsätzliche Zufriedenheit.
Teil 3Was hängen bleibt
Neue Erkenntnisse
„Hast du durch die Projektwoche etwas Neues gelernt?" · Einfachauswahl · 24 Teilnahmen
87 % haben Neues gelernt (sehr viel / einiges), 8 % „teils/teils"; nur eine Person „gar nichts".
Wichtigste Erkenntnis
„Was ist die wichtigste Sache, die du aus der Projektwoche mitnimmst?" · Freitext · 11 Teilnahmen
Viele nennen die Rolle der Fusion für eine saubere, klimaneutrale Energiezukunft – sowie die Botschaft, dass Physik Spaß machen kann und dass man sich von der aktuellen Lage nicht entmutigen lassen sollte.
Weitererzählen
„Hast du bereits mit Familie oder Freunden über die Projektwoche gesprochen oder wirst du es tun?" · Einfachauswahl · 24 Teilnahmen
Geteiltes Bild: 25 % haben schon gesprochen, 29 % „vielleicht"; zusammen 46 % eher nicht oder nein. Ein Ansatzpunkt, Anlässe zum Weitererzählen aktiver mitzugeben.
Teil 4Blick nach vorn
Blick auf die Zukunft verändert
„Hat das Projekt deinen Blick auf die Zukunft verändert?" · Einfachauswahl · 23 Teilnahmen
Rund 56 % erleben ihren Blick auf die Zukunft als (sehr/eher) positiv verändert, 17 % „teils/teils"; 22 % sehen keine Veränderung. Niemand wählte „gar nicht verändert".
Interesse an Wissenschaft / Technik
„Hat das Projekt dein Interesse an Naturwissenschaft und Technik verändert?" · Einfachauswahl · 24 Teilnahmen
Das Interesse bleibt überwiegend stabil (58 % gleich geblieben), bei 29 % ist es gewachsen, bei 8 % gesunken.
Berufsorientierung
„Kannst du dir nach dem Projekt eher vorstellen, in einem naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu arbeiten?" · Einfachauswahl · 24 Teilnahmen
Für die meisten ändert das Projekt die Berufsperspektive nicht (42 % „nichts für mich", 25 % „konnte ich mir vorher schon vorstellen"). 4 % können es sich jetzt besser vorstellen, 17 % „vielleicht".
Abschlusswort
„Möchtest du uns noch etwas mitteilen?" · Freitext · 8 Teilnahmen
Geschlecht
„Magst du uns zum Schluss noch dein Geschlecht verraten?" · Einfachauswahl · 23 Teilnahmen
Von 23 Antwortenden: 48 % weiblich, 39 % männlich, 4 % divers, 9 % ohne Angabe.